Viele Musiker haben mehr als ein Audiointerface. Zu Audiointerface gehören nicht nur solche, die auch so heissen, dazu gehören auch Geräte, die Musik digitalisieren können, aber nicht als Audiointerfaces bezeichnet werden. USB Mikros, Headsets, WebCams etc.

Zwei oder mehr dieser Geräte lassen sich in macOS zu einem „Hauptgerät“ verbinden. Das heisst, mehrere Geräte werden zu einem mit der Summe aller Ein-/Ausgänge verbunden. Es lassen sich mehrere Hauptgeräte erzeugen, diese werden dann i9n der DAW als Audio In/Out angemeldet.

Momentan habe ich in meinem Fundus ein Audient EVO 4 (2in/out), ein MOTU Traveler Mk3 (8in/out), ein Behringer UMC 1820 (8in/out), ein Fostex VC 8 (8in/out, wandelt auf ADAT, zur Erweiterung für das Behringer oder das MOTU), ein Logitech USB Headset.

Hier war die Auswahl etwas anders, Lexicon statt EVO 4, das Prinzip bleibt. Zwei Hauptgeräte sind definiert, Tutti und das Angewählte. Auch die In/Outs des Rechners sind einbindbar, hier beim MacPro digitale und analoge Outs

Spielen wir es durch:

Audio-MIDI-Setup öffnen (liegt in Programme > Dienstprogramme)

Links unten auf + klicken. Es erscheint:

Hauptgeräte heissen im Englischen Aggregated Devices, falls ihr mal auf den Begriff stossen solltet.

Ich klicke auf „Hauptgerät erstellen“

Es werden danach alle momentan verfügbaren Audio In/Out angezeigt. Der Mac (12-Core Mac Pro 2010) selbst hat 4 Ins und 6 Outs. Bei fast allen anderen Modellen sind das weniger, ein Out ist aber immer dabei. Zusätzlich das eingebaure Mikro, das aber in diesem Kontext selten gebraucht wird. Reincubate und Loopback vernachlässigen wir. Lexicon WIN USB ebenfalls. (Habe nie verstanden, wozu der überhaupt immer in der Liste mit auftaucht). Manchmal verbinde ich noch iPad oder iPhone mit dem Rechner, das taucht dann auch als Device auf, wie hier Reincubate, eine Software, die Mobilgeräte als Webcam einbinden kann.

Klicke ich die alle an, habe ich 52 In und Out. Die Zahl funktioniert nur, wenn ich die zwei ADAT Konverter von Fostex am MOTU anschliesse. Die haben je 8 unsymmetrische In/Out. Lösen maximal 20 Bit auf. Bräuchte ich tatsächlich so viele In/Out, würde ich eher zu zwei Behringer 8200 Ultragain greifen. Teurere ADAT Wandler rechnen sich in diesem Konzept nicht. Da käme eher ein Digitalmixer oder ein Interface in Frage, das von vornherein genug In/Out unterstützt. Das ist ja eine Resteverwertung und kein Idealsetup.

Aber es erlaubt den Hardwaresammlern alle ihre Synths gleichzeitig am System laufen zu lassen ohne Patchbay etc. Wer mehr als 26 Synths, oder viele Einzelausgänge hat, muss eine andere Lösung wählen.

Das Betriebssystem zeigt alle In/Out übersichtlich an, damit ich erkennen kann, welcher Eingang von welchem Ausgang bedient wird. Die Ausgänge sind (für mich) nicht so wichtig, einer oder zwei Paare für die Abhören, klar.

Die In/Out grafisch gelistet. Die Reihenfolge lässt sich ändern, indem ich die blauen Häkchen an-/ausmache. Das erst aktivierte Interface steht oben. Driftkorrektur wird automatisch bei den nachfolgenden Geräte aktiviert.

Das nächste Foto zeigt die Auswahl in Live:

Auch Ableton Live lässt Aggregated Devices zu. Hier die Anwahl von Tutti als Hauptgerät.

Aggregated Devices erfordern ein sorgfältiges Vorgehen. Am besten benenne ich alle In/Out in Mix > I/O Beschriftungen mit Klarnamen. Leider ist das auch nicht in Stein gemeisselt. Starte ich Logic und eines von drei Interfaces ist gerade ausgeschaltet, verändert das die In/Out Zuweisungen. Also ist Sorgfalt angesagt beim Multi In/Out für arme.

An dieser Stelle lassen sich Klarnamen an Stelle von z.B. Out 13/14 definieren. Dann steht da vielleicht Motu Traveler In 5/6, you name it.