Alle geknipsten Fotos landen in der App Fotos. Mit etwas Pech auch automatisch die in WhatsApp verschickten. Die will nun fast niemand in der Mediathek haben. Witzige Filmchen, Memes, falls dann doch mal was Aufbewahrenswertes darunter ist, hat es eine lausige Auflösung, sprich es ist zur Archivierung nicht geeignet.
Da digitale Bilder ausser Speicherplatz nichts kosten, knipse ich munter drauf los und meine Fotobibliothek wächst und wächst. Organisation ist angesagt.
Auf der linken Seite der App Fotos gibt es eine Liste. Der oberste Eintrag ist der Wichtigste: Mediathek. Darin sind alle! Bilder, die auf dem iOS Device gespeichert sind, oder in iCloud, wenn ich es so einstelle, enthalten.

 

Alben und Ordner gemischt in den Alben. Ordner erkenne ich an dem 4-fach Icon. Alben ist ein einzelnes Icon.

Darunter gibt es einen vielversprechenden Eintrag: Meine Alben. Da lassen sich Alben anlegen, indem ich in der Mediathek ein oder mehrere Fotos anwähle, dann auf das „Teilen“ Symbol links unten gehe und sage: „Zu Album hinzufügen“, dann „Neues Album“ benennen und fertig. Das sieht praktisch aus, aber es täuscht, denn nach einigen Monaten habe ich eine Liste von hier bis Wuppertal. Unübersichtlich, vor allem muss ich scrollen, bis die Finger bluten.
Es gibt die Funktion „Neuer Ordner“, das ist die Lösung. Aber wer glaubt, er könne einen neuen Ordner erzeugen und die bestehenden Alben da einfach reinziehen, irrt sich. Die bewegen sich nicht. Zumindest nicht auf iOS. Auf dem Mac geht es. Aber wir lösen das auf iOS Ebene. Nicht jeder hat neben einem iPad/iPhone auch noch einen Mac.

Zuerst erzeuge ich einen neuen Ordner. Dazu tippe ich auf „Meine Alben“ und danach auf das +. Es erscheinen zwei Optionen:
Neues Album und Neuer Ordner. Ich wähle den zweiten Eintrag. Es ist sinnvoll, sich davor bereits eine Struktur überlegt zu haben. Ich erzeuge einen Ordner namens Reisen. In einem Ordner lassen sich weitere Ordner anlegen. Also öffne ich den angelegten Ordner und erzeuge darin einen weiteren Ordner, z.B. Timbuktu 2022. In diesem Ordner werden dann Alben angelegt. Anreise nach Mali, Reise nach Timbuktu, Timbuktu etc. Ich weiss nicht, ob Mali momentan ein besonders gutes Beispiel ist, aber ich muss es ja irgendwie erläutern.
Fahre ich im Winter nach Cortina d’Ampezzo, wird ein neuer Ordner! In Reisen angelegt, der kann dann mehrere Alben beinhalten. Das Gute ist, ich kann danach die einzelnen Fotos der Alben innerhalb Timbuktu ansehen, aber immer wird mir auch ein Button „Alle Fotos“ angeboten.

Vier verschiedene Darstellungen der Fotos in der Bib auf dem iPhone. Von Links: Jahre, Tage, alle Fotos, jedes stellt den Inhalt anders dar. Zuletzt die Rubrik „Für dich“, in der verschiedene Diashows liegen.

Die ersten beiden Sammlungen sind korrekt angelegt, als Alben, der Rest wartet auf Überarbeitung. Tipp auf das erste Icon zeigt alle in diesem Ordner enthaltenen Bilder. Das „Alle Bilder“ Icon ist auch in den beiden Ordnern enthalten.

Ganz wichtig: Ordner und Alben enthalten keine Bilder. Lediglich Verweise auf die Originale in der Mediathek. In Wirklichkeit steht da im Album „Freunde“: zeige hier das Bild von Willi aus der Mediathek DCIM2713 oder so in der Art.

Das hat zwei Konsequenzen: lösche ich ein Bild in einem Album oder Ordner, wird es nur im Album nicht mehr angezeigt. In der Mediathek ist es nach wie vor. Lösche ich den Willi in der Mediathek, verschwindet er nicht nur im Album Freunde, sonder eventuell auch im Album Wiilis 60. Geburtstag. Anders gesagt: Veränderungen in der Mediathek sind destruktiv, zumindest für die Alben. Ganz sicher gilt es für „löschen“. Bei Veränderungen im Bild habe ich ja immer noch die Option, das rückgängig zu machen „Zurück zum Original“, wenn Willi durch tiefgreifende Manipulation bei den Farbeistellungen blau im Gesicht ist.

Wie transformiere ich bereits angelegte Alben in Ordner, die mir Unteralben erlauben? 

Ganz einfach: Ich erzeuge einen Ordner Ostsee 2017 In diesem lege ich die einzelnen Alben an: Kopenhagen, Helsinki, Tallin, St. Petersburg, Reise Jetzt öffne im oberen Beispiel Ostsee 2017, selektiere alle Fotos, die zu Kopenhagen passen und bewege sie über „Teilen“ in das neu erzeugte Album Kopenhagen.

Danach werden die anderen Bilder zugeordnet, bis keine mehr übrig sind
Jetzt lösche ich das alte Album Ostsee 2017

Rufe ich die Karte zu einem Bild auf, kann ich auf „Fotos in der Nähe einblenden“ tippen und eine Karte der Stadt mit allen besuchten Orten erscheint. Natürlich nur, wenn ich da auch geknipst habe

Hier waren wir also. Danach kann ich die einzelnen Bilder anklicken, um die weiteren Bilder zu sehen, die am selben Ort geknipst wurden.

Das geht deutlich schneller, als es sich beim ersten Lesen anhört.

Habt ihr die Ortungsdienste für Fotos erlaubt, was ich hoffe, im Gegensatz zu den meisten anderen Apps sehr sinnvoll, könnt ihr einfach ein Bild, z.B. in Kopenhagen selektieren und dann leicht nach oben schieben. Es erscheint unter anderem eine Karte, die den Ort zeigt, an dem das Bild geknipst wurde. Tippst du darauf, wird die Karte in groß gezeigt und vor allem das Wichtigste: „Fotos in der Nähe einblenden“. So kannst du auch noch Jahre später feststellen, wo du dich überall in der Stadt rumgetrieben hast. Mit der Pinchgeste (2 Figer zusammenziehen oder auseinanderbewegen) lassen sich die einzelnen „Fotoinseln“ zu einer vereinigen, die tippst du an und voilá ganz Kopenhagen auf einem Bildschirm. Alles ausgewählt und in das Album Kopenhagen bewegt.

Auch wichtig: Vielfotografierer können an der Selektion aller zusammengehörigen Bilder verzweifeln, wenn sie nicht wissen, dass sie zuerst auf den „Auswählen“ Button tippen und danach zügig vom ersten Bild aus nach oben fahren, alle dazwischenliegenden Bilder werden „mitgenommen“. Probiere das ein paar mal, am Anfang war ich auch zu zögerlich, es passiert ja nichts. Nach oben erweitern geht bei mir deutlich besser als nach unten, fragt mich nicht, warum.
Zusätzlich wichtig: Fotos löscht gelöschte Fotos und Filme erst nach 30 Tagen. Das hat den Vorteil, dass ich versehentlich Gelöschtes wieder aus dem Papierkorb holen kann. Aber auch den Nachteil, dass nach einer „Nicht genug Speicher“ Meldung das Löschen der halben Bibliothek null Wirkung hat. Der Papierkorb heisst in der Fotos App übrigens „Zuletzt gelöscht“. Den öffne ich, selektiere ein Bild, danach wird mir „Alle löschen“ angezeigt. Danach ist der Speicher wirklich frei.