Ich weiss, Fotos kann einem schon die Nerven rauben, je nachdem, was man damit macht oder machen will. Zu einigen Apple Programmen gibt es Dokumentationen als eBooks. Sehr löblich. Zu Fotos nicht. Dafür finde ich gefühlt Hunderte Einzelseiten im Internet, jeweils 2, 3 Abschnitte, fertig. Beleuchtet wird darin immer ein ganz spezieller Aspekt des Programms. Mein Plan ist, das zu ändern.

Fotos speichert seinen Inhalt, Bilder, Videos in einer Datei der Fotobibliothek. Genauer gesagt: es sieht so aus, als wäre es eine Datei. In Wirklichkeit ist es ein Ordner, der seinen Inhalt nur auf Rechtsklick preisgibt. (Paketinhalt zeigen)

 

Die Bibliothek endet mit .photoslibrary

Der Rechtsklick öffnet die Option „Paketinhalt zeigen“

Was bedeutet das für mich?

  • Zuerst ist es ein großer Vorteil, dass ich meine Bibliothek von Interner SSD bequem auf eine Externe kopieren kann. Kopieren oder Bewegen. Bewegen bedeutet, es ist nicht mehr am alten Platz, nur noch am neuen. Beim Kopieren habe ich die Datei doppelt.
  • Der Nachteil: Ich sehe die einzelnen Bilder nur noch im Programm.

Zumindest sieht das so aus. Denn der Rechtsklick auf die Bib (Paketinhalt zeigen) zeigt mir auch die darin enthaltenen Bilder. In meinem hier gerade verwendeten macOS Catalina heissen sie Originals. Sie sind mit Hexadezimalen Zahlen geordnet, was für mich die Sache nicht leichter macht.

Aber es sind die Originale, die ich notfalls in einen Ordner oder anderen Ort ziehen kann. Einfacher ist jedoch, das Bild oder Video einfach aus dem Programm in einen vorbereiteten Ordner zu ziehen. Der könnte auf dem Desktop liegen. Ist okay, wenn ich ihn danach wieder entferne.

Mehrere Bibliotheken in Fotos

Ist nicht offensichtlich, geht aber. Dazu halte ich Alt (heisst auch Option, oder halbe Badewanne) gedrückt, während ich Fotos starte. Es kommt ein Dialogfenster.

Hier kann ich eine andere Bibliothek laden, oder eine neue erstellen

Das Bild zeigt, dass ich auch alte Bibliotheken öffnen könnte, wie hier iPhoto (2014 eingestellt) oder Aperture (ist etwa zur gleichen Zeit gestorben, habe ich nicht oft verwendet, erkennbar am Datum). Der Vorteil: Ich habe nicht mehr Kraut & Rüben in meiner Bib, sondern könnte trennen in Privat, Job, Fun, whatever. Dazu muss ich die Bilder, die nicht in die gerade gewählte Bib gehören, erstmal in einen Ordner ziehen, dann die Zielbibliothek starten und die Bilder dort reinziehen. Kann langwierig werden, aber was soll’s, am Ende habe ich aufgeräumte Bibliotheken.

Eine Bibliothek bleibt so lange aktiv, bis ich eine neue wähle. Habe ich mehrere Bibliotheken, muss ich aufpassen, welche gerade geladen wird, denn da landen eventuell neu importierte Bilder.

Eine der Bibliotheken heisst Systemfotomediathek. Nur diese gleicht mit Bibliotheken auf anderen Geräten ab (iPhone, iPad, andere Macs). Eine Ausnahme bildet die Option iCloud Fotomediathek (alle Fotos werden upgeloadet). Ich habe sie aktiviert. Danach ist in iCloud Einstellungen Fotos nur noch ein Haken. Ich habe auch auf dem taiFon und dem taiPäd diese Funktion aktiviert. Da wird dann alles abgeglichen, Fotos, Alben, geteilte Alben etc.

Was ich nicht genau weiss, werde es aber herausfinden und dann hier mitteilen: was passiert, wenn ich mit gedrückt gehaltener Alt-Taste Fotos starte und eine andere Bib wähle. Gleicht die auch ab (ich vermute, ja) und was passiert mit den Fotos, die in der Cloud sind, aber nicht in der gerade geöffneten Bib….

Hier könnte ich die gewählte Bib als Systemfotomediathek bestimmen. Der Metadaten-Haken ist kritisch. Nicht jedem möchte ich Ort und Zeit des Bildes mitteilen, entscheidend für veröffentlichte Bilder.

Wie kommen die Bilder in die Bib?

Natürlich gibt es auch dafür mehrere Wege. Der häufigste dürfte über iCloud erfolgen, wenn ich auch Besitzer eines iPhones bin. Damit geknipste Bilder werden in die Cloud geladen und danach in die Systemfotomediathek. Das gilt, wenn:

Auf dem iPhone entweder „iCloud Fotomediathek“ und/oder „Mein Fotostream“ aktiviert ist. Die erste Option sichert alles in der Cloud, die zweite nur die letzten, maximal 1000 Bilder oder 30 Tage. 

Die zweite Option ist die richtige für alle, die die Basisversion von iCloud (5GB) nutzen und damit zurechtkommen. Die Bilder werden abgeglichen, trotzdem wird die Speichergrenze nicht überschritten. „Mein Fotostream“ belastet das iCloud Kontingent NICHT. Live Photos werden nicht synchronisiert.

Jedoch ist es wichtig, dass die einzelnen Geräte, eine passende Einstellung haben. Hat eines Mein Fotostream aktiv, das zweite nur iCloud Fotos, erhält das zweite den Fotostream nicht. Unterstützt werden mit der Funktion auch Apple TV ab 4 und Windows PCs mit installierter iCloud.

Ich kann ein iPhone auch mit Kabel am Rechner anschliessen und die Bilder damit übertragen. Gilt auch für andere Kameras, sofern sie einen USB Anschluß haben. Ansonsten muss ich die Speicherkarte in den Mac oder ein angeschlossenes Kartenlesegerät stecken und kann dann die Bilder importieren.

Der Import wird mir entweder automatisch angeboten, ist das nicht der Fall, öffne ich ein Fenster der Speicherkarte durch Doppelklick und ziehe nach Cmd-A (alles auswählen) die Bilder auf das Fotos Symbol oder die geöffnete Bib. Der dritte Weg wäre „Ablage > Importieren…“ im Fotos Programm.“

Wie ist die Mediathek geordnet?

Fotos

Der erste Eintrag in der Seitenleiste ist der wichtigste. In „Fotos“ befinden sich die Bilder tatsächlich. Alle anderen Rubriken bedienen sich im Fundus von „Fotos“. Das Bedeutet im Rückschluss: 

Ein in einem Album gelöschtes Foto bleibt in „Fotos“. Ein in „Fotos“ gelöschtes Foto verschwindet überall.

Die anderen Rubriken sind deshalb aber nicht sinnlos. Sie helfen mir bei der Organisation der Daten. Einige sind automatisch in Rubriken gelandet. Videos, Selfies, Live Photos etc.

Der zuerst genutzte Bereich dürfte „Alben“ sein, da vor allem „Meine Alben“. Ich finde Bilder darin sehr viel schneller, das sie inhaltlich geordnet sind. Lese ich Onkel Paul zu Besuch weiss ich, da muss ich die Strandfotos von 2015 nicht suchen.

Alben haben einen weiteren großen Vorteil. Will ich in einem anderen Programm ein Foto aus meiner Sammlung einfügen, kann das nervtötend sein, wenn ich eine Auswahl von 2×6 Bildern angeboten bekomme, aber 52789 Bilder in meiner Bibliothek sind. Gibt es Alben, kann ich fast immer zwischen Bilder und Alben auswählen und komme so mit wenigen Klicks an mein Ziel

Rückblicke

Hier werden automatisch erzeugte Alben dargestellt, bereits mit Musik unterlegt. Diese kann ich als Film exportieren und weitergeben. Das geht über das Teilen Symbol. Das Zahnradsymbol im Abspielfenster gibt mir die Möglichkeit, aus verschiedenen musikalischen Stimmungen zu wählen. Für eigene Musik und Bildzusammenstellung würde ich eher Ablage > Erstellen > Diashow > Fotos wählen

Das Zahnrad rechts bietet weitere musikalische Optionen. Sichtbar beim Abspielen eines Rückblicks
Die beste Option, um eine selbst gestaltete Diashow zu erstellen

Personen

Fotos erlaubt es mir, Personen zu benennen. Fritz, Carla, Lupo. Aktiviere ich diese Option, entsteht ein Kringel über vielen Gesichtern mit der Aufforderung, diese Person mit Namen zu versehen. Tippe ich den Anfang von Carla, werden automatisch alle Carlas in meinem Kontakte-Programm aufgelistet. Aber auch Carrlottas oder Carls, wenn ich erst 4 Buchstaben getippt habe. Wichtig: Immer alle Personen gleich taggen, sonst habe ich Carla am Ende 3 mal als scheinbar verschiedene Personen und muss sie zusammenführen. Das geht allerdings. Fotos scannt bei Untätigkeit im Hintergrund meine Fotosammlung und versucht, alle Carlas zu identifizieren. Gilt für Felix genau so 🤣. Als Ergebnis habe ich meine nächsten Freunde und Bekannte auf Knopfdruck verfügbar. Klick auf Carla oder Felix zeigt mir alle mit diesen Namen getaggte Bilder. Ich bringe hier aus personenschutzrechtlichen Gründen kein Beispiel.

Orte

Genau das kann ich auch mit Orten machen. Kameras speichern, sofern sie ein GPS Modul haben, den Ort, an dem ich das Foto geknipst habe mit auf. Solange ich diese Funktion nicht ausgeschaltet habe. Ich bin definitiv Ortungsdienst-allergisch, hier ist die Funktion mMn. sehr sinnvoll. Sehe ich mir 12 Jahre nach Entstehung eines Bildes den einzelnen Fuß darauf an und ich möchte wissen, wo der aufgenommen wurde, no problem, mein Programm zeigt mir das. Einfach das geöffnete Bild leicht nach oben schieben, eine Karte erscheint, die kann ich anklicken. Danach sehe ich auf ein paar Meter genau, wo das aufgenommen wurde.

Besser noch: Es gibt ein kleines Schaltfeld, momentan links unten, war auch schon in der Mitte, „Fotos in der Nähe eiblenden“, das ist dann wirklich der Hammer. Ich sehe, wo ich vor Jahren in einer fremden Stadt rumgelaufen bin (wenn ich gleichzeitig auch geknipst habe, aber das macht ja jeder permanent). Klasse

Letzte

Ich gebe zu, ich habe keinen blassen Schimmer, wozu das gut ist. Egal, ich brauche es nicht. Bis jetzt auf jeden Fall.

Importe

Sobald ich einen Packen Bilder, die ich über wetransfer, Dropbox, einen Stick bekommen habe in das Programm ziehe, sehe ich es in Importe. Warum das? Es könnte passieren, dass ich 200 Bilder von einer Freundin bekomme, die die korrekten Metadaten beinhalten. Metadaten sind die, die nach der Aufnahme Infos über Ort, Zeit, Kamera und deren Einstellungen wie Blende, Verschlusszeit beinhalten. Nach dem Import finde ich kein einziges Bild unter meinen 67328 Exemplaren. Warum? Sie wurden zeitlich korrekt in der Mediathek einsortiert. Ich weiss oft nicht, wann die geknipst wurden und damit, wo ich sie suchen soll. Import hilft. Es zeigt sie alle in einem Block.

Mein Fotostream

Diese Funktion ist vor allem für die wichtig, die keine Euros an Apple zahlen wollen, sprich, die die Basisversion von iCloud nutzen. Mein Fotostream synct die maximal 100 Fotos und maximal 30 Tage alt mit den anderen Geräten, die „Mein Fotostream“ aktiviert haben. Dann kann ich auch mit meinen Basis 5 GB auskommen, die mir kostenfrei angeboten werden. Ich muss nur darauf achten, dass ich die damit geteilten Aufnahmen rechtzeitig auf eine externe Platte oder wo auch immer hin, sichere.

Zuletzt gelöscht

Sehr wichtig. Möchte ich Platz auf meiner Cloud oder dem Device schaffen, reicht es nicht, einfach 17 Dutzend Bilder zu löschen. Die werden einfach in einen Ordner namens „Zuletzt gelöscht“ verschoben und brauchen damit exakt den gleichen Platz wie vor der Aktion. 

Sieht irre aus, ist es aber nicht. Versehentlich gelöschte Bilder finde ich hier 30 Tage lang. Es passiert, dass 27 Bilder selektiert sind, ich aber glaube, nur das eine vor mir wäre es. Lösche es und die anderen sind mit weg. Merke ich das, öffne ich diesen Ordner und alles ist wieder da. IM Ordner kann ich sie allerdings auch endgültig löschen, ich wähle sie an und betätige den Button x Bilder löschen. Ist x grösser 1000, kann es passieren, dass das Programm das nicht erlaubt. In der Cloud ist das auf jeden Fall so. Dann muss ich halt 3x je 1000 Bilder löschen.